19.08.2020

FRA Cargo Klima-Index Juli 2020

NEWS

(Trend zur Vorwoche: ↗↘→)

Überblick der Verkehrszahlen

Juni 2020

Juli 2020 Δ % Vorjahr
Cargo (Fracht & Post in t) 145.562 150.959 () - 15,5%
Passagiere 599.314 1.318.502(↗) - 80,9%
Flugbewegungen 9.331 15.372 (↗) - 67,4%

Mit ca. 4 % ist das Frachtaufkommen gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen (→). Das Frachtaufkommen verteilt sich im Juli zu ca. 80% auf Nur-Frachter (→), zu ca. 15% auf Bellyfracht (↗) und nur noch zu ca. 5% auf Cargo-Only-Passagierflugzeuge (↘). Der Anteil des Import- zum Exportaufkommen hat sich zum Vormonat kaum verändert (→). Das Verhältnis von ca. 51% Import zu ca. 49% Export ist stabil geblieben und entspricht fast wieder dem Vor-Corona-Verhältnis von 50% zu 50%.

Bei der Anzahl der Flugbewegungen und der transportierten Fracht zeigen die Nur-Frachter eine Seitwärtsbewegung im Vergleich zum Vormonat (→). Die Nur-Frachterbewegungen liegen aufgrund der stabil gebliebenen Anzahl zusätzlicher Charter-Flüge weiterhin ca. 5% über den Werten von 2019 (↗). Die Anzahl der Passagier-Flugbewegungen hat sich im Juli nahezu verdoppelt (↗). Gleichzeitig hat sich die Anzahl der CargoOnly-Passagierflüge um ca. 40% reduziert (↘). Die transportierte Fracht hat sich mengenmäßig fast 1 zu 1 von den Cargo-Only-Passagiermaschinen zu den Passagiermaschinen verschoben.

Einschätzung der aktuellen Situation durch die befragten Frachtakteure

Die Einschätzung der Lage ist beim Im- und Export gleich: rd. 80% der Befragten gaben an, dass das aktuelle Frachtaufkommen „wie erwartet“ oder „geringer als erwartet“ ist (↘). Auch hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung zeigt sich kein Unterschied zwischen Im- und Export: Fast 80% stuften das zukünftige Aufkommen als gleichbleibend ein (→). Es entsteht der Eindruck, dass die fehlende Dynamik bei der Aufkommensentwicklung zu einer abwartenden und vorsichtigen Haltung bei den Akteuren führt. Die Kapazitäten und Ressourcen wurden auf die neue Situation eingestellt und waren gem. der Rückmeldungen in 90% der Fälle aufkommensadäquat (→).

Eine einheitliche Bewertung bei den Produktgruppen gab es nur hinsichtlich einer Stärke beim Pharma-Aufkommen (→). Hingegen zeigte sich bei Automotive und Textilien ein heterogenes Bild: bei beiden Gruppen wurden sowohl Zunahme als auch Abnahmen berichtet. Dies kann darauf hinweisen, dass sich hier kein Branchentrend zeigt, sondern das Thema von einzelnen Marktplayer getragen wird.

Nahezu 100% der Befragten waren mit der Standort-Performance (im eigenen Haus, land- und luftseitig sowie Behörden) zufrieden oder stuften diese als angemessen ein. Lediglich einmal wurde eine Unzufriedenheit mit der landseitigen Performance geäußert.

Berichtete Erkenntnisse und Handlungsbedarfe aus den Erfahrungen der letzten Monate

Der außergewöhnliche Importpeak, gekennzeichnet durch lose Fracht sowie viele Einzelsendungen und damit viel Dokumentationsaufwand, waren wie ein Stresstest. Dieser half den jeweiligen Akteuren Fehlerquellen zu entdecken und Prozesse sowie die Entwicklung der Frachtstruktur zu hinterfragen. Dies wird bei der weiteren Entwicklung von FRA eine relevante Rolle spielen. Um Prozesse flexibel an den Bedarf anzupassen sowie diese bei Volllast zu stabilisieren, hat sich die Akteurs-übergreifende Transparenz über die jeweils aktuelle Lage als Erfolgsfaktor herausgestellt. Dabei sind sowohl ein enger organisierter Austausch zwischen den Beteiligten als auch digitalisierte Prozesse, zwecks besserer Datenlage und Effizienzverbesserungen, wichtig. Für das Ziel die hohe Flexibilität in der Erfüllung von Kundenwünschen beizubehalten, sollte zudem an kurzen Entscheidungs- und koordinierten Abstimmungsverfahren festgehalten werden.

Erstellt durch: FRA Cargo Team 18.08.2020, Zentrale Frachtinfrastruktur und Luftfrachtentwicklung, ZFL, Fraport AG
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